Sri Lanka ist ein Land der religiösen Vielfalt.
Die Bevölkerungsmehrheit der Singhalesen bekennt sich überwiegend zum Theravada-Buddhismus (69,1 %). Andere religiöse Gruppen sind die Hindus (15,5 %), die fast ausschließlich Tamilen sind, Muslime (9,6 %) sind größtenteils Nachfahren der Moors, arabischer Händler, aber auch die kleine malaiische Minderheit bekennt sich zum Islam.
Christen, (7,5 %) besonders Katholiken und Anglikaner, sind zum Teil Burgher, also die Nachfahren der portugiesischen und niederländischen Kolonialisten, hauptsächlich jedoch Singhalesen und Tamilen.
Der Buddhismus wird aber vom Staat bevorzugt behandelt; so sieht die sri-lankische Verfassung vor, dass der Staat für den Schutz und die Pflege des Buddhismus verantwortlich ist.
Der Buddhismus ist nicht etwas, woran man »glauben« muß, sondern
eine praktische Anleitung zu einem achtsameren und mitfühlenderen
Denken und Handeln, welches uns erlaubt, authentischer im Hier und
Jetzt zu leben. Dazu ist kein Bezug auf »überweltliche Wahrheiten«
nötig, kein Glaube an einen Gott oder ein Jenseits, ja nicht einmal der
Glaube an Wiedergeburt und andere Kategorien der fernöstlichen Religionen,
die nicht zum Kern des Buddhismus, sondern zu seinem
kulturellen Überbau gehören. Für den modernen Buddhisten unserer
Zeit genügt es, wenn er – der Forderung des Buddha selbst entsprechend
– nur das zur Leitlinie seiner Lebenspraxis macht, was er durch eigene
Erfahrung als wahr erkennen und bestätigen kann.
Buddhismus
Siddharta Gautama gilt als Stifter des Buddhismus. Über ihn ist nur wenig bekannt. Er dürfte etwa im 5. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben.
Siddhartha Gautama wurde als Prinz in einem Königreich geboren, das ungefähr da lag, wo heute die Grenze zwischen Indien und Nepal verläuft.
Als er 29 Jahre alt war, wollte er den Weg kennenlernen, der das Ende aller Vergänglichkeit und Qualen bedeutet. Um seinem Wohlbefinden Dauerhaftigkeit zu verleihen, entsagte er allen weltlichen Dingen, wurde ein heimatloser Asket und gelobte sich, den Weg der wahren letzten Wirklichkeit zu finden.
Er war ein Bohdisattva, das ist ein Mensch, der eine sehr intensive Entwicklungs- und Übungszeit durchläuft, um die vollkommene Weisheit, die völlige, erhabene Erleuchtung, das Buddhasein zu erreichen.
Im Alter von 35 Jahren erreichte er das Ziel, nachdem er sein ganzes Wesen ausgerichtet hatte, er erreichte seine Bestimmung und erlangte die Verwirklichung der vollkommenen Weisheit. Er fand die Antwort, die zum totalen Stillstand aller Vergänglichkeit und Qual führte und die zugleich die wahre letzte Wirklichkeit ist, - Nirvana. Daraufhin begann er zu lehren, um andere, die ebenso Weisheit und Erleuchtung suchten, zu unterweisen und zu führen.
Dies sind die Lehren des Buddha und die Grundlage des Buddhismus.
Das Hauptgewicht liegt im Buddhismus auf der Suche nach der Wahrheit, sie zu erkennen und zu verstehen. BLINDER GLAUBE ist KEIN Schwerpunkt. Die Lehre des Buddhismus ist "komm und sieh" niemals komm und glaube. Buddhismus ist rational und verlangt persönliche Anstrengung, denn die vollkommene Weisheit kann nur durch die persönliche Hingabe erlangt werden. Jeder Einzelne ist für seine eigene Befreiung aus Not und Leiden verantwortlich.
Der Buddhismus erlaubt es jedem, die Wahrheit innerlich zu erkennen und wahrzunehmen und verlangt weder blinden Glauben noch blinde Hingabe. Buddhismus befürwortet weder Dogmen noch Glaubensbekenntnisse, weder Riten noch Zeremonien, Opfer oder Bußen, dies wird in einem System, das blinden Glauben vertritt, oft verlangt werden.
Der Buddhismus dagegen ist kein Glaubenssystem oder Gottesdienst, sondern eher ein Weg zur entgültigen Erleuchtung.
Buddha verwies darauf, daß seine Lehren lediglich ein Floß seien, mit dem man die Uferseite des Leidens und der Endlichkeit verlässt um auf die Seite von Gnade und Sicherheit, dauerhafter absoluter Wirklichkeit, dem Nirvana zu gelangen.
Ist das Nirvana Wirklichkeit geworden, ist das Floß nicht mehr notwendig.
Buddha nannte seine Lehre den Mittleren Weg, so genannt, weil sie beide Extreme, sowohl das der sinnlichen Hingabe an die Welt als auch das der vollkommenen Abwendung von der Welt in Kasteiung und strikter Askese vermeidet.
Der Weg, den er lehrte, verbindet intellekuellen und spirituellen Fortschritt mit der Ausübung von Mitleid, Moral, Weisheit und Konzentration, während er die existierende Welt, so wie sie ist, erfassen will.
Es soll an dieser Stelle, die den Buddhismus so darzustellen versucht, wie er wirklich ist, darauf hingewiesen werden, daß weder Zwang, noch Verfolgungen, noch Fanatismus je eine Rolle spielten.
Der Buddhismus ist ein AUSWEG für die, welche das dauerhafte Ende allen Leides hier und jetzt suchen.
Was aber ist dieses Leid? Leid ist Geburt, Leiden, Schmerz, Kummer, Krankheit, Alter, Verfall, Tod, Trauer, Verzweiflung, Armut,Übel, Jammer, Sorgen, Drangsal, Unglück, Krieg, Wahnsinn, Hunger, Not, unerfüllte Wünsche, unzurreichende Lebensbedingungen, Widrigkeiten, Trennung von Dingen, die wir verlangen, Gespaltenheit und alles Instabile und Unkontrollierbare. Buddhismus bedeutet erkannt zu haben, daß alles GESCHAFFENE UNBESTÄNDIG ist, und daß alles Unbeständige KRANK ist. Im UNBESTÄNDIGEN kann kein dauerhafter Segen oder Glück gefunden werden, nur Schmerz und Gefahr.
Das Ziel des Pfades der buddhistischen Lehre ist es, das Nirvana zu erreichen. Das Nirvana ist das Ziel. Das Nirvana ist der Endpunkt. Wahre Wirklichkeit ist verwirklicht. Das Ungeschaffene, das Ungeborene, der dauerhafte Segen des Nirvanas. Der achtfache Pfad des Buddhismus ist das Mittel um zu diesem Ziel zu gelangen. Acht Tätigkeiten - ein spezieller Verlauf von Handlungen - müssen gleichzeitig verwirklicht werden um das Ziel, das Nirvana, zu erreichen.
Der erste Teil des achtfachen edlen Pfades ist RICHTIGES SEHEN UND RICHTIGES VERSTEHEN. Das bedeutet, die vier edlen Wahrheiten zu kennen.
Die erste Edle Wahrheit ist, daß alles was GESCHAFFEN ist, VERGÄNGLICH ist. Und alles, was vergänglich ist, ist krank. Und alles was krank ist, ist ohne Sein.
Die Zweite ist das Wissen, daß das Aufkommen des Kranken aus der Unwissenheit entsteht, durch das Verlangen nach dem Rausch der Sinne und der Empfindungen fortbesteht und in Wiederwerden, Verblendung und Ignoranz weiterbesteht.
Die dritte ist das Wissen, daß die REINIGUNG von all diesem Kranken, das Anhalten alles zukünftigen Werdens das Nirvana ist. Wahre Wirklichkeit, von allem Kranken frei.
Die vierte ist die Kenntniß des achtfachen Edlen Pfades, der zum Ende all des Kranken und zur Gewinnung des Zieles führt, des Nirvanas. Der wahre dauerhafte Zustand des Selbst, die dauerhafte, unveränderliche, absolute Wirklichkeit, das Sosein, die vollkommene Weisheit.
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